Buchstabe " A "Auswahl: AAO; AAS; AAT; AAVSO; Abendstern; Aberration; Absorptionsspektrum; Abellkatalog; Ablation; Absorptionsnebel; absteigender; Knoten; Absolute Helligkeit; Absolute; Leuchtkraft; Absoluter; Nullpunkt; Achernar; Achromat; Acrux; Achilles; Achondrit; Adaptive Optik; Adhara; Adrastea; ADS; Aerolith; AE; Aeronomie; Agamemnon; Ahnighito; Meteorit; Airglow; Air Shower; Aitkens; Akkretion; Akkretionsscheibe; aktive Galaxien; Relativitaetstheorie; Alauda; Albireo; Alcor; Aldebaran; Alderamin; Altersbestimmung; Algenib; Alioth; Alkaid; Alkyone; Alnilam; Alnitak; Alpha Centauri; Alphard; Altair; Amalthea; American Astronomical Society; Andromeda; Andromedagalaxie; Anomalistischer Monat; Anomalistisches Jahr; Antares; Antimaterie; Apex; Applattung; Apochromat; Aequatoriale Montierung; Aequatorialsystem; Aequator; Aequinoktium; Aquariden; Arcturus; Ariel; Astronomische Einheit; Asteroid; Asteroidenguertel; Astrometrie; Atmosphaere; Ataxit; Atlas; Aurora (borealis); Autoguider; Azimut; Azimutalmontierung;
AAO
Abkürzung für
Anglo-Australian Observatory.
AAS
Abkürzung für American Astronomical Society.
AAT
Abkürzung für Anglo
Australian Telescope.
AAVSO
Abkürzung für American Association of Variable Star
Observers.
Abendsichtbarkeit/ absolute Helligkeit
Die Helligkeit, mit der ein Himmelsobjekt in einem Abstand von 10 Parsec (=
32,6 Lichtjahre) erscheinen würde.
Abendstern
Als Abendstern wird der
Planet Venus bezeichnet, wenn er am Abend nach Sonnenuntergang in westlichen
Richtungen zu sehen ist. Die Venus steht dann östlich von der Sonne und geht
nach ihr unter. Die Venus erscheint uns als ein sehr auffälliger, weisser
Stern, der alle anderen an Helligkeit bei weitem übertrifft. Siehe auch
Morgenstern.
Aberration
Die Aberration ist eine
Verschiebung des Ortes eines Gestirns gegenüber dem geometrischen Ort infolge
der endlichen Lichtlaufzeit. Erklärung: Jeder kennt den
Effekt, dass man den Regenschirm schräg stellen muss, wenn man im Regen läuft.
Da wir uns z.B. um die Sonne bewegen, müssen wir unser Teleskop genau wie den
Regenschirm etwas gegenüber der Verbindungslinie Stern - Fernrohr neigen. Der Stern wäre in unserem Bild vom Regen die
regnende Wolke, der Regen das Licht, der Schirm das Fernrohr und der Läufer die
Erde. In der Praxis muss das Fernrohr aber
um weniger als einer Bogenminute gegenüber der geometrischen Verbindungslinie
Fernrohr - Objekt gekippt werden. Anm. Die Aberration des Lichts muss
genaugenommen mit Hilfe der speziellen Relativitätstheorie behandelt
werden. Sie ist also in Ihren Details nicht ganz harmlos.
Absorptionsspektrum
Ein Spektrum, das entsteht, wenn das Licht
eines Sterns oder der Sonne ein anderes, kühleres Medium durchläuft, wie z.B.
eine dünne Gaswolke oder eine Atmosphäre. Dabei erscheinen im Spektrum dunkle
Linien (Absorptionslinien).
Abellkatalog
[Abell Catalogue] Galaxienhaufenkatalog von
George Abell mit 2712 reichen Haufen. Abell verwendete die Platten des Palomar
Sky Survey und kam zum Schluss, dass es sogenannte reguläre Haufen von eher
kompaktem Erscheinungsbild und irreguläre Haufen von "verrupftem" Aussehen
gibt. Diese Unterteilung hat heute nicht mehr Bestand, seit man mit Hilfe von
Rotverschiebungen die Geschwindigkeitsfelder der Haufen rekonstruieren konnte
und mit ausgereifteren quantitativen Methoden Substrukturen aufspüren kann.
Reguläre Haufen im strengen Sinn gibt es danach nicht mehr.
Ablation[ablation] Oberflächenerosion durch
Verdampfungs- oder Reibungsprozesse. Meteorite erleiden Ablation beim Eintritt
in die Erdatmosphäre durch Reibung mit Luftmolekülen.
Absorptionsnebel
Interstellare
(Molekül) Wolke, die Licht von dahinterliegenden Sternen absorbiert. Es gibt sie
in allen Grössen und Formen, von kleinen Globulen (die man oft in H II Regionen
findet) bis zu riesigen Wolken wie dem berühmten Kohlensack im Kreuz des
Südens. absteigender Knoten
Absteigender Knoten wird der
Punkt einer Umlaufbahn genannt, in welchem das umlaufenden Objekt eine
Referenzebene von Norden nach Süden durchquert. Ein Beispiel ist der
absteigende Knoten des Mondes, wenn der Mond die Ekliptik (die Umlaufbahn der
Erde um die Sonne) durchquert. Wenn der Knoten in Richtung der Linie Erde-Sonne
liegt, kann es zu Sonnen- (Mond zwischen Erde und Sonne) kommen oder es kommt
zu einer Mondfinsternis (Mond hinter Erde von der Sonne aus gesehen). Das
Gegenteil ist der aufsteigende Knoten.
Absolute Helligkeit
[absolute magnitude] Die Helligkeit eines
astronomischen Objekts, wenn es in einer Entfernung von 10 pc stünde. Die
absolute Helligkeit ist also ein normiertes Mass für die tatsächliche
Helligkeit eines Objektes, im Gegensatz zu scheinbaren Helligkeit.
Absolute Leuchtkraft
Tatsächlich abgegeben
Strahlungsenergie eines astronomischen Objektes. Die Leuchtkraft ist unabhängig
von der Entfernung zum Objekt.
Absoluter Nullpunkt
Die theoretisch niedrigste
Temperatur, bei der kein Teilchen mehr Bewegungsenergie besitzt (alles sitzt
bewegungslos). Die im physikalischen und technischen Bereich verwende
Temperaturskala Kelvin beginnt mit dem absoluten Nullpunkt. Null Grad Celsius
entsprechen 273.15 Kelvin (1 Kelvin Temperaturdifferenz entspricht einem Grad
Celsius Differenz).
Achernar
Der hellste Stern (alpha Eridani)
im Sternbild Eridanus. Der Name stammt aus dem Arabischen und bedeutet "das
Ende des Flusses". Es ist ein B-Stern mit einer scheinbaren Helligkeit von 0.5
mag.
Achromat
Der Achromat ist eine Objektivbauart mit
Linsen aus verschiedenen Glassorten mit verschiedenen Brechungsindizes, die so
ausgewählt sind, dass die chromatische Aberration minimiert wird.
Acrux
[Acrux] Hellster Stern (alpha Crucis) im
Sternbild Kreuz der scheinbaren Helligkeit von 0.9. Visueller Doppelstern,
B-Stern.
Achilles
Ein von M. Wolf 1906 entdeckter
Asteroid (Nummer 588) mit 116 km. Es war der erste "Trojaner".
Achondrit
[achondrite] Gesteinsmeteorit mit
christallinem geschmolzenem Gestein. Wie man aus dem Namen sehen kann, enthält
diese Art von Meteoriten keine Chondrulen. Verglichen mit den Chondriten
enthalten Achondriten mehr kalziumreiche Mineralien und weniger metallische und
schwefelhaltige Mineralien.
Adaptive Optik
Um Seeingeffekte
(Verzerrungen durch Luftunruhe) zu verringern, kann man mit Hilfe eines
kleinen, dünnen, adjustierbaren Spiegel kurz vor dem Focus die Verzerrung der
Bildebene korrigieren. Oft wird mit einem Laser ein künstlicher "Stern"
erzeugt, dessen Abbildung für die Berechung der Verformung des kleinen
Korrekturspiegels verwendet wird. Die Zeitskala von Seeingeffekten ist von der
Grössenordnung hunderstel Sekunde, so dass das System in etwa 1/100 s
eingestellt werden muss.
Adhara
Nach Sirius der zweithellste Stern im
Sternbild Grosser Hund. B-Stern der scheinbaren Helligkeit 1.5 mag mit einem
Begleiter von 8 mag. Der arabische Name bedeutet die "Jungfrauen".
Adrastea
Mond Nummer 15 von Jupiter.
Entdeckt von D. Jewitt im Jahr 1979.
ADS
[ADS] Abkürzung für Astronomical Data Service. Ein
Internetservice, der von der NASA unterhalten wird und ein wichtiges
Hilfsmittel in der professionellen Astronomie zum Auffinden von Arbeiten, die
in den wichtigsten Journalen oder Konferenzbeiträgen veröffentlicht wurden.
Enthält leider auch die unbrauchbaren AAS Abstracts. Fast alle Artikel können
in eingescannter oder (diejenigen neueren Datums) in verschiedenen
elektronischen Formaten abgerufen werden.
ärolith
Eine Klasse von Steinmeteoriten, die Chondrite
und Achondrite umfasst. Sie bestehen vor allem aus Silikaten mit einer kleinen
Beimengung von Nickel und Eisen. Ein Meteorit zählt zu den Chondriten, wenn er
aus Chondrulen, d.h. kleinen, kugelförmigen Körnern mikroskopischer Grösse
zusammengesetzt ist.
ä (Astronomische Einheit)Die mittlere Entfernung der Erde von der Sonne. Sie beträgt 149.597.870 km. Diese astronomische Konstante wird häufig verwendet, um Entfernungen innerhalb unseres und anderer Sonnensysteme zu veranschaulichen. Mittlere Entfernungen einiger Planeten von der Sonne in ä: Merkur 0,387, Venus 0,615, Mars 1,524, Jupiter 5,205, Saturn 9,576, Pluto 39,88. Aeronomie
[aeronomy) Wissenschaft zur Untersuchung der
(oberen) Atmosphärenschichten der Erde oder anderer Planeten.
Agamemnon
[Agamemnon] Asteroid 911 mit einem Durchmesser
von 154 km. Er gehört zu den Trojanern und ist ein D-Klasse Asteroid. Der Name
stammt vom gehörnten mykenischen König, dessen Frau Helena sich mit einem
Schönling namens Paris nach Troja aufgemacht hatte, von wo Agamemnon sie mit
seiner Gang wieder holen wollte.
Ahnighito Meteorit
[Ahnighito meteorite] Der grösste in einem
Museum (Hayden Planetarium in New York) ausgestellte Meteorit. Er wiegt 31
Tonnen und wurde 1897 von Robert Peary in Grönland entdeckt.
Airglow
Airglow nennt man Licht, das in der
Erdatmosphäre erzeugt wird. Nicht zum Airglow zählen thermische Strahlung,
Polarlichter, Blitze und Meteorspuren. Vom Weltall aus gesehen macht sich
Airglow als grünlicher Ring um die Erde bemerkbar. Eine der wichtigsten
Beiträge stammt aus der Sauerstoffemisionslinie von 558 nm. Diese entsteht in
einer Höhe von 100 +- 20 km. Insgesamt reicht das Airglowspektrum von 22.5
micrometern bis 100 nanometer.
Air Shower
Lichterscheinung in der
Erdatmosphäre durch Wechselwirkung von kosmischer Strahlung mit Luftmolekülen.
Die erste Welle produziert Sekundärteilchen, die eine zweite Kollisionsfront
bilden können.
Aitkens Doppelstern Katalog
[Aitken Double Star Catalogue, ADS] Ein
Katalog mit mehr als 17000 Doppelsternen, der 1932 von R.G. Aitken als "New
General Catalogue of Double Stars" herausgegeben wurde.
Akkretion
überströmen von Materie auf ein
Objekt (z.B. Stern oder Schwarzes Loch). Die Materie stammt entweder von einem
Begleiter (enge Doppelsternsysteme) oder aus dem Interstellaren Medium. Da der
Massenstrom meist einen Drehsinn (Drehimpuls) hat, bilden sich oft
Akkretionsscheiben aus, in welchen viele, teilweise noch unverstandene Prozesse
ablaufen. Akkretionsscheibe
[accretion disc] Wenn ein Objekt Material
anzieht, das einen Drehimpuls besitzt, kann die Materie nicht geradewegs auf
das anziehende Objekt , fallen, sondern sammelt sich erst in einer rotierenden
Scheibe. In der Scheibe kann die Materie durch verschiedene Prozesse Drehimpuls
verlieren und sich darum dem anziehenden Objekt nähern (sie spiralt nach
innen), und schliesslich entweder auf das Objekt fallen oder durch kollimierte
Winde oder Jets wegegeblasen werden, meist senkrecht zur Scheiben. aktive Galaxien(kerne)
Sammelbegriff für verschiedene Typen von
Galaxien, bei denen im Zentrum ein sehr kleines Gebiet sehr viel Energie
freisetzt und die oft ausgeprägte Helligkeitsveränderungen innerhalb von
Stunden oder Tagen zeigen. Die genauen Prozesse sind noch unklar, doch spricht
alles für ein im Zentrum sitzendes Schwarzes Loch, das Gas, Staub und Sterne
aus der Umgebung ansaugt und verschlingt.
Allgemeine Relativitätstheorie
Einstein hat seine spezielle noch auf die Kosmos. Der Grundgedanke ist etwas salopp gesagt, dass für alle im Kosmos die gleichen Naturgesetze gelten, egal wie schnell sie sich relativ züinander bewegen. Die ART und nicht Newtons Gesetz sagt bis zur Messgenauigkeit die Bewegung der Planeten um die Sonne richtig voraus. Sie beschreibt das schwarze Loch. Sie erklärt die Abnahme der Bahnradien in einem Doppelneutronenstern -- und vieles mehr. Alauda
Ein von J. Helffrich 1910 entdeckter
Asteroid (Nummer 702) mit 202 km Durchmesser.
Albireo
Der Kopfstern des Sternbildes
Schwan. Einer der besten Doppelsterne mit einer blauen und einer orangen
Komponente. Albireo ist der zweithellste Stern nach Deneb im Schwan und besteht
aus einem K-Stern von 3.2 mag und einem B-Stern von 5.4 mag (letzterer ist der
blaue), die 35 Bogensekunden auseinander stehen.
Alcor
[Alcor] Der Compagnion von Mizar im Grossen
Wagen. Es ist ein A-Stern von 4 mag in 3.5 pc Entfernung.
Aldebaran
[Aldebaran] Der hellste Stern im Sternbild
Stier. Es handelt sich um einen K-Riesenstern von 0.9 mag
Alderamin
[Alderamin] Der hellste Stern im Kepheus. Es
ist ein A-Stern von 2.7 mag. Der Name stammt aus dem Arabischen und bedeutet
"der rechte Arm".
Altersbestimmung
(von Gestein, Meteoriten) Die Altersbestimmung von Gesteinen erfolgt
durch Messung der Konzentration verschiedener radioaktiver Isotope und deren
Zerfallsprodukte.
Algenib
[Algenib] Einer der Ecksterne des
Pegasusvierecks. Es ist ein B-Stern der Helligkeit 2.8.
Alioth
Ein hellster Stern des Grossen Bären.
Trotzdem heisst er epsilon Ursae Majoris. Es ist ein A-Stern der Helligkeit 1.8
mag.
Alkaid
[Alkaid] Stern im Grossen Wagen (der erste
Deichselstern). Es ist ein B-Stern der Helligkeit 1.9 mag.
Alkyone
[Alkyone] Einer der sieben Plejaden Schwestern
(Töchter des Atlas und der Pleione). Der hellste Stern im offenen Sternhaufen
der Plejaden vom Spektraltyp B und einer Helligkeit von 2.9 mag.
Alnilam
[Alnilam] Epsilon Orionis. Einer der drei
Gürtelsterne des Orion. Alnilam bedeutet "Perlenschnur". Es ist eine
B-überriese von 1.7 mag.
Alnitak
[Alnitak] Zeta Orionis. Einer der drei
Gürtelsterne des Orion. Es ist ein O-überriese von 1.8 mag.
Alpha Centauri
[alpha Centauri] Der hellste Stern des
Sternbild Centaurus. Es ist der sonnennächste helle Stern in einer Entfernung
von 1.3 pc (1 pc = 3.26 Lichtjahre). Es ist ein visueller Doppelstern (aus
einem G und K Stern) mit 80 Jahren Periode. Die Araber nannten Alpha Centauri
"Rigil Kentaurus", den Fuss des Centaurus. Der zwei Grad entfernt stehende
Proxima Centauri ist wahrscheinlich die dritte Komponente dieses Sternsystems
(er hat eine ähnliche Bewegungsrichtung). Er ist mit 11 mag sehr viel schwächer
als Alpha Centauri (-0.27 mag) und vom Typ M und ein wenig näher relativ zur
Sonne.
Alphard
[Alphard] Alpha Hydrae. Der hellste Stern des
Sternbilds Hydra ist ein K-Stern der Helligkeit 2.0 mag.
Altair
[Altair] Alpha Aquilae. Hellster Stern im
Adler. Es ist ein A-Stern von 0.8 mag in etwa 5.2 pc (17 Lichtjahre)
Entfernung. Die übersetzung des arabischen Namens ist "der fliegende Adler".
Amalthea
[Amalthea] Mond Nummer 5 des Jupiter, der von
E.E. Barnard 1892 entdeckt wurden. Auf Voyager 1 Aufnahmen zeigte sich der Mond
als rotes, katoffelförmiges Gebilde. Die rote Farbe rührt wahrscheinlich von
Schwefel her.
American Astronomical Society
[AAS] Die (wichtigste) Organisation von
professionellen Astronomen der USA. Die AAS wurde 1899 gegründet, hat über 5000
Mitglieder (im RGO email-Verzeichnis der professionellen Astronomen weltweit
gibt es derzeit etwa 11000 Einträge. Die AAS veranstaltet zweimal jährlich
grosse Kongresse und unterhält Förderprogramme. Daneben publiziert sie
astronomische Journale und bietet die wichtigste astronomische Jobbörse an.
Andromeda
[Andromeda] Sternbild am Nordhimmel, das die
bekannte Andromedagalaxie (M31) enthält. Andromeda war in der griechischen
Mythologie die Tochter der Königin von äthiopien, Kassiopeia, und sollte einem
Seeungeheuer verfüttert werden. Davor konnte sie der Held Perseus mit seinem
geflügeltem Pferd Pegasus retten.
Andromedagalaxie
[andromeda galaxy] Grösste (Spiral)galaxie der
lokalen Gruppe. Unter guten Bedingungen mit blossem Auge sichtbar. Anomalistischer Monat
Die Zeit eines Mondumlaufs
um die Erde von Perigäum zu Perigäum. Das sind 27.554550 Tage.
Anomalistisches Jahr
1Zeitdaür eines Erdumlaufs
um die Sonne gemessen von Perihel zu Perihel. Das sind 365.25964 Tage, 27 Minuten
mehr als das tropische Jahr. Die Ursache für die Abweichung ist die
Periheldrehung.
Antares
[Antares] Der hellste Stern im Skorpion (alpha
scorpii) ist ein roter überriese vom Spektraltyp M der Helligkeit 1.0. Der Name
stammt aus dem Griechischen und bedeutet Rivale des Mars. Antares ist
ein halbregulärer Veränderlicher mit 0.2 mag Amplitude und 5 Jahren Periode. Er
besitzt einen 3 Bogensekunden entfernten blauen Begleiter von 6 mag.
Antimaterie
[antimatter] Eine Form von Elementarteilchen
mit gleichen Massen und Spin wie gewöhnlich Elementarteilchen, allerdings mit
vertauschten Vorzeichen von einer Reihe von Zustandsgrössen wie elektrische
Ladung. Einzelne Partikel können nachgewiesen werden, und man kann Antiteilchen
künstlich im Labor erzeugen. Allerdings gibt es keine Hinweise darauf, dass im
Universum grosse Mengen Antimaterie vorhanden sind. Somit muss es eine
Asymmetrie zwischen Materie und Antimaterie im frühen Universum gegeben haben.
Materie in direkten Kontakt mit Antimaterie annihiliert sich unter Abstrahlung
der Gesamtenergie der Teilchen (Ruhemasse und Bewegungsenergie).
Apex
Der Apex ist der Punkt am Sternenhimmel, auf den unsere Sonne mit
ihren Planeten mit 20 km/s relativ zu den Nachbarsternen zu rast. Er liegt
südwestlich des Sterns Vega.
Applattung
nennt man die Differenz zwischen äquator und
Poldurchmesser eines Himmelskörpers geteilt durch den äquatordurchmesser.
Besonders gross ist diese Applattung beim Saturn.
Apochromat
[apochromat] Ein aus mindestens drei Linsen
zusammengesetztes Opjektiv, das so konstruiert ist, dass es die chromatische
Aberration minimiert.
äquatoriale Montierung
Teleskopmontierung, bei der eine Achse auf den
Himmelspol (also parallel zur Erdachse) ausgerichtet ist. Die andere Achse
steht senkrecht auf dieser Polachse. Das Teleskop wird also nur mit der
Polachse der Erddrehung nachgeführt
äquatorialsystem
Gebräuchlichstes astronomisches
Koordinatensystem aus Rektaszension und Deklination
äquator
Menge aller Punkte der Oberfläche eines
Planeten, die vom Nordpol gleich weit entfernt sind wie vom Südpol.
Aequinoktium
Tagundnachtgleiche. Sie tritt ein, wenn die
Sonne den Himmelsäquator von Süden nach Norden (etwa 21. März) oder von Norden
nach Süden (etwa 23. September) kreuzt. Die beiden Schnittpunkte zwischen
Himmelsäquator und Ekliptik bezeichnet man als aequinoktialpunkte.
Aquariden
[Aquarids] Es gibt zwei verschiedene
Meteorschauer: die Eta-Aquariden zwischen 24. April und 20. Mai, die von Halleys
Komet stammen, und die Delta Aquariden zwischen 15. Juli und 20. August.
Arcturus
[Arcturus] alpha Bootis. Hellster Stern im
Bootes; es ist ein Riesenstern vom Spektraltyp K der Helligkeit -0.04, was ihn
zum vierthellsten Stern am Himmel macht. Der griechische Name bedeutet
Bärenbeobachter.
Ariel
[Ariel] 1) Einer der grösseren Uranusmonde,
der 1851 von W. Lassell entdeckt wurde. Bilder von der Voyager 2 Sonde zeigen
viele und grosse Krater und Täler. Offensichtlich hat Ariel eine bewegte
geologische Geschichte.
Astronomische Einheit
Abkürzung: ä Asteroid
[asteroid] Kleinplaneten, die sich auf
kreisförmigen oder elliptischen Bahnen zwischen den grossen Planeten bewegen,
werden Asteroide genannt. Die grössten erreichen einige hundert Kilometer
Durchmesser, das Gros allerdings ist nur einige Kilometer bis einige hundert
Meter gross. Der grösste Asteroid ist Ceres mit knapp 1000 km Durchmesser.
Wegen ihrer zu kleinen Masse sind sie nicht kugelförmig, sondern sondern sehr
unregelmässig geformt. Die meisten Asteroiden befinden sich im Asteroidengürtel
zwischen Mars und Jupiter, allerdings gibt es auch in anderen Bereichen einige
bekannte Vertreter. Manche können der Erde sehr nahe kommen. Asteroidengürtel
[asteroid belt] Zone zwischen Mars und Jupiter
(2 bis 3.3 AU), in der die meisten Asteroiden gefunden wurden. Die Verteilung
der Asteroiden im Asteroidengürtel ist aufgrund von gravitativen
Resonanzeffekten (bewirkt vor allem durch Jupiter) nicht gleichmässig: es gibt
überdichten (Trojaner) und Löcher (Krikwood gaps). Im inneren Bereich des
Asteroidengürtel sind die Asteroiden zu 60& vom S-Typ, 10% vom C-Typ.
Aussen sind 80% C und 15% S. Der Asteroidengürtel stellt somit eine
übergangszone zwischen dem inneren (silikatdominierten) und äusseren (dominiert
von leichteren Elementen wie C, N, O und H) Sonnensystem dar.
Astrometrie
Die Astrometrie (Gestirnspositionsvermessung)
beschäftigt sich mit der Untersuchung von Licht aus dem Weltraum bezüglich
seiner Einfallsrichtung.
Atmosphäre
[atmosphere] Lufthülle um einen Planeten,
natürlichen Satelliten oder die äussersten Schichten um einen Stern. Das Wort
stammt aus dem Griechischen (Atmos = Luft, eine Sphäre ist eine Kugelschale).
Nur Körper mit einer ausreichend grossen Anziehungskraft können das seiner
Natur nach leicht flüchtige Gas halten (umso leichter flüchtig, je heisser es
ist). So haben etwa Merkur und der Mond keine Atmosphäre mehr, Venus, Erde,
Mars und Titan dagegen schon. Bei den äusseren Riesenplaneten ist der übergang
zwischen Atmosphäre und darunterliegenden Schichten nicht mehr klar. In diesen
Fällen bezeichnet man die äussersten Schichten als Atmosphäre. Im Fall von
Sternen bezeichnet man als Atmosphäre diejenigen Schichten, aus welchen das
beobachtet stellare Spektrum entsteht.
Ataxit
[ataxite] Eine Sorte von Eisenmeteoriten mit
hohem Nickelanteil. Sie haben keine offensichtlichen Strukturen wie z.B.
Widmanstättensche Figuren.
Atlas
[Atlas] Aurora (borealis)
[aurora] Als Nordlichter oder Polarlichter
bekannte meteorologische Erscheinung von teils quasistationären, teils wild
bewegten, Farberscheinungen in der Atmosphäre, am häufigsten in hohen
geografischen Breiten während des Maximums des Sonnenzyklus zu beobachten. Die
Farben rot und grün, die von Emissionslinien von Sauerstoff und Stickstoff
herrühren, dominieren die Erscheinungen. Autoguider
[autoguider] Eine (elektronische) Vorrichtung,
mit der die Nachführung eines Teleskopes automatisiert wird. Meist wird dabei
ein Stern nahe des zu beobachtenden Objektes ausgewählt, der dann durch ein
separates Teleskop oder durch einen Off-Axis Spiegel mit einer Kamera
aufgenommen wird, und bei einer Bewegung auf der Bildebene eine Reaktion der
Nachführungsmotoren auslöst. Häufig werden als Kameras heute CCD-Kameras
verwendet, man kann aber auch Felder von fotoempfindlichen Zellen einsetzen.
Azimut
Koordinaten im Horizontalsystem, die angibt,
über welchem Punkt des Horizonts ein Himmelsobjekt steht; das Azimut wird in
Grad rund um den Horizont gemessen und beginnt mit 0 Grad im Norden und läuft dann
über 90 Grad im Osten, 180 Grad im Süden, 270 Grad im Westen usw.
Azimutalmontierung
Wenn eine der beiden Achsen einen Horizontalschwenk, die dazu senkrecht stehende Achse einen Vertikalschwenk erlaubt, dann spricht man von einer Azimutalmontierung des Fernrohres. Die Horizontalrichtung wird nämlich durch den so genannten Azimutwinkel gekennzeichnet, der von Norden über Osten, Süden und Westen nach Norden gezählt wird. Da die Sterne in unseren Breiten aber weder senkrecht zum Horizont noch parallel dazu über die Himmelssphäre ziehen, ist eine Azimutalmontierung für astronomische Beobachtungen wenig geeignet; die Nachführung erfordert eine stetige Veränderung beider Achsenstellungen, die noch dazu mit wechselnder Geschwindigkeit erfolgen muss. Von Hand lässt sich dies kaum zufrieden stellend durchführen, vor allem dann, wenn wie bei den meisten Billigangeboten - nur eine schwergehende Rändelschraube zur Verfügung steht und das Fernrohr bei der leisesten Berührung zu wackeln beginnt. Mit modernen, computergesteuerten Montierungen lässt sich eine azimutale Nachführung zwar recht bequem erreichen, doch ergeben sich Probleme, wenn man mit parallel befestigten Kameras Langzeitbelichtungen vornehmen mochte.
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